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von Shashi Deshpande German edition by Buchbesprechung |
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Die Autorin, Shashi Deshpande, ist in Dharwad, Südindien, geboren und aufgewachsen. Sie studierte in Bombay Wirtschafts- und in Bangalore Rechtswissenschaften. Sie betätigte sich als Journalistin und veröffentlichte bisher zahlreiche Kurzgeschichten, Romane und Kinderbü-cher. Shashi Deshpande ist eine der einflußreichsten, modernen Autorinnen ihres Landes. Eines ihrer großen Themen ist die Rolle der Frau im Indien von heute. In dem Roman "Die Last des Schweigens", der autobiographische Aufzeichnungen vermittelt, stellt die Autorin das Leben einer Frau vor, die in der sozialen Mittelschicht lebt. In einer spannenden Verflechtung von Kindheit, Familienleben, Schulzeit, Beschreibung der einzel-nen Familienmitglieder, Eheleben, Gespräche mit einem Freund, sowie dem Alltagsleben in den zwei Stadtteilen von Bombay, zeigt sie uns, wie die Beziehungen zwischen dem Ehepart-ner und den Kindern mehr und mehr verflachen. Sie beginnt zu realisieren, daß sie eigentlich nur die Ehefrau ihres Mannes oder die Mutter ihrer Kinder ist, aber durch die Gesellschaft, durch den Mann, durch die Kinder von einer eigenen Persönlichkeitsentwicklung wie ganz selbstverständlich ausgeschlossen ist. Die Last des Schweigens beginnt dort, wo die Bindungen abreißen, wo geschwiegen wird, wo nicht mehr miteinander geredet wird, wo die Berührung nicht mehr erlebt wird und das Schweigen und die Isolation sich wie eine Nebeldecke über die Landschaft ausbreitet, in der eine echte Beziehungsmöglichkeit erstickt. n diesen verzweifelten Minuten fragt sich Jaya nicht, ob sie von Mann und Kindern weggehen soll, um ein neues Leben zu beginnen, sondern sie beginnt sich innerlich zu fragen: Warum ist das Schweigen zwischen uns immer grösser geworden? Warum sind wir so geworden? Jaya wurde krank. Ihr Mann hatte zuvor die Türe hinter sich zugeschlagen und war wegge-gangen. Gegen ihn lief eine Ermittlung wegen mysteriöser Geschäftspraktiken. Sie war allein in der Wohnung. In dieser Zeit wurden ihre Erkenntnisse noch beklemmender, aber gerade dadurch kam sie zu tiefen, inneren Erlebnissen. Warum mache ich mich zur Heldin dieser Geschichte? Ich will nicht über einen gefühlskalten Mann schreiben oder über eine verwundete Frau, nein, ich schreibe über uns, Mohan und mich. Warum unterstelle ich ihm, dass ich allein verstehen kann, was geschieht? Kann es nicht sein, dass auch Mohan, wenn er "alles in Ordnung" schreibt in seinem Telegramm, mehr damit meint, als dass wir weitermachen sollten wie bisher? Jaya, die mit dem Erleben von Wut und Schmerz zu einem neuen Bewußtsein kommt, sieht sich anders, erlebt sich anders mit einer beginnenden eigenen Persönlichkeit, und mit diesen inneren Erkenntnissen kann sie ihre Partnerschaft vielleicht anders angehen. |